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Vernissage am 21.04.2017  ” Sprechen mit Pinsel und Farbe ” – bei der Lebenshilfe Bonn im Haus St. Agnes

Von Aphasie betroffene Künstler stellen für drei Monate ihre Gemälde in den Räumen der Geschäftsstelle der Bonner Lebenshilfe aus. Eröffnet wurde die Ausstellung der Aphasie-Malgruppe am Freitag, den 21. April, durch die stv. Geschäftsführerin Nina Momm und die Künstlerin und Kunsttherapeutin Ulla Hieronymi-Pinnock. Acht Menschen mit Aphasie entführen die Betrachter in eine Gefühlswelt, die farbenfroh und spannungsreich Inneres preisgibt“, erläuterte Hieronymi-Pinnock. „Die Bilder sprechen mich ganz direkt an“, resümierte eine Besucherin und sprach damit die Meinung vieler Besucher aus.

            

Es ist der 21. April 2017, kurz nach 14:00 Uhr. In der lichtdurchfluteten Cafeteria der Geschäftsstelle der Lebenshilfe Bonn haben sich die Eingeladenen eingefunden: Die Geschäftsführung, vertreten durch Nina Momm und Susanne Land, die Künstlerin und Kunsttherapeutin Ulla Hieronymi-Pinnock – sie vertritt gleichzeitig das ARZ – Besucherinnen und Besucher, Aphasikerinnen und Aphasiker mit ihren Angehörigen und Enkeln. Geladen hat die Lebenshilfe Bonn, ein 1959 in Bonn gegründeter gemeinnütziger Verein, der sich für die gleichberechtigte Teilhabe geistig behinderter Menschen einsetzt, und das ARZ, ein Beratungs- und Begegnungszentrum für Menschen mit Aphasie und deren Angehörigen, gegründet vor 13 Jahren durch Frau Susanne Okreu und Uli Dörr .

Die Vernissage hat sie zusammengeführt, hier im freundlichen Umfeld der Lebenshilfe Bonn. Kreativität liegt in der Luft, Gemeinsinn und der Wille zum Austausch ist zu spüren. Mit „Harmonie und Gutes schwingt über allem“ könnte man die Stimmung umschreiben. Über Wege aus der gestörten  Sprachenwelt mit ihrer oft quälenden Isolation und die sie begleitenden Blockaden und Verluste wird gesprochen. Neugierige Fragen zum Betroffenheitsbild der Aphasie sind zu hören. „Gerne würde ich einmal ausbrechen, aber …“, antwortet eine Aphasikerin. Neue Wege sind Thema. So wie sie auch die Kunsttherapeutin mit ihrer großen 25- Köpfigen Bonner Malgemeinschaft und ihren Anleitungen geht. Alles in Summe führt zur Verbesserung der Lebensqualität. Und dann fällt, so nebenbei gesprochen, ein Satz: „Die Kunst als Schlüssel zu Vielem“. Passender geht’s nicht. Trifft er doch den Anlass, das Tagesmotto im Mark.

Das Begrüßungsteam ruft zum Rundgang auf.

Im Erdgeschossflur fallen sofort die von der Kunstwelt angekündigten Farben und Konturen ins Auge, chaotisch, abstrakt. Wohl keine einfache Sprache.

Bezeichnend sozusagen, Bernd Ws. Werk, gemalt als brennender Himmel über geduckter Grünerde. Es schmückte bereits die Einladungskarte zur Vernissage. Dieses Bild steht wie kein anders für den Zugang zur „Sprache mit Farbe und Pinsel“. Verständlicher und lächelnde Gesichter: die Blumenwelten von Sybille Sch.-W. Eine Bilderreihe endet mit dem Wetter- phänomen „Sturm“ von Jentje W., dazwischen runde Formen aus dem Leben, gemalt von Edith O., Elisabeth B., Heiner H., Burkhard K. und Otto P.

Der Flur darüber ganz anders bestückt, mehr gegenständlich. Die Motive zeigen sich dem Betrachter gegenüber offener. Hier bedarf es keiner Übersetzung des gemalten Wortes, des gemalten Satzes. Es sind die Linien, Felder und Formen, die beim Betrachten helfen. Auch gut zu lesen, die Beschreibung einer Dankbarkeit im Hochformat, stellvertretend für die vielen helfenden Hände, die die Betroffenen erfahren haben, in Acryl auf Leinwand gemalt: „Uli“ von Herm.-Jos. W.

Das Bild an der Kopfseite des Flures im Obergeschoss steht für sich, an sich unpassend, beschreibt aber gut die Grammatik der bei dieser Vernissage gesprochenen Sprache: Kölsche Pänz und zwischen ihnen dat rheinische Jeföhl.

Noch lange saßen sie bei Süßem zusammen, tranken Kaffee, Tee und Wasser und ließen die soeben neu gelernten Vokabeln der Farbensprache in Gedanken vorüberziehen. Längst hatte es zum Feierabend geläutet als die Ersten aufbrachen. Sie dankten, drückten Hand und Herz und wünschten der Lebenshilfe Gutes, zusammen mit der Hilfe von ganz oben.

Die Ausstellung kann während der Geschäftszeiten in der Geschäftsstelle der Lebenshilfe, Kessenicher Straße 216 in Bonn-Dottendorf von jedem Interessierten besucht werden.

Erlebnisbericht für die Lebenshilfe Bonn und das Aphasieregionalzentrum Köln-Bonn Fotos: Susanne Land, Ulla-Hieronymi-Pinnock, Anneliese und

Hermann-Josef  Wester