
| Welche unterschiedlichen Formen von Aphasie gibt es? |
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Die Globale Aphasie ist die schwerste Form der Aphasie. Die Patienten können nahezu nicht sprechen und nicht schreiben. Sie verstehen wenig und können auch nicht lesen. Manche Global-Aphasiker können einige wiederkehrende Silben „do do do“ oder kurze Wörter sprechen, ohne, dass der Inhalt der Äußerung mit dem zu tun hat, was der Aphasiker wirklich sagen will. Andere Global-Aphasiker können oft nur Stereotypien äußern. Darunter versteht man formstarre Redefloskeln wie beispielsweise „Ach du meine Güte“, „Prima, prima“ etc.. Patienten mit Broca-Aphasie sprechen langsam, mit vielen Pausen und großer Sprechanstrengung. Sie haben starke Wortfindungsstörungen. Manchmal sind die Wörter lautlich verändert. Es kommt vor, dass der Broca-Aphasiker Laute auslässt oder an der falschen Stelle produziert (Afpel statt Apfel). Manchmal produziert er auch semantische Paraphasien, das sind „falsche Wörter“, die jedoch häufig mit dem gesuchten Wort in Beziehung stehen (Stuhl statt Tisch). Das situative Sprachverständnis ist in der Regel gut. Oftmals erschließen sich Broca-Aphasiker den Sinngehalt anhand von Inhaltswörtern (Substantive, Verben, Adjektive). Wenn der Sinn des Gesagten jedoch von Funktionswörtern abhängt, geraten sie in Schwierigkeiten („Hans klettert über die Mauer“ und „Hans klettert auf die Mauer“). Auch das Gesprächstempo kann zu Beeinträchtigungen in der Verstehensleistung führen. Oftmals sind Broca-Aphasiker in ihrer Sprachverarbeitung verlangsamt und beim Zuhören nicht in der Lage, das Gesagte schnell genug aufzunehmen. Die syntaktische Struktur ist meist vereinfacht. Häufig fehlen Funktionswörter (der, die, das, auf, unter ...) und Flexionsformen, d. h. Substantive werden nicht dekliniert und Verben nicht konjugiert. Das Leitsymptom der Wernicke-Aphasie ist eine flüssige, überschießende Sprache mit vielen „falschen“ Wörtern (semantische Paraphasien) und vielen lautlich entstellten Wörtern (phonematische Paraphasien). Die Entstellungen können so gehäuft auftreten, dass keine zusammenhängende Information mehr vermittelt wird. Dann spricht man von Jargon-Aphasie. Patienten mit Wernicke-Aphasie können, wie Sprachgesunde, lange und komplexe Sätze anlegen, die jedoch aufgrund fehlerhafter Wortwahl und Grammatik häufig unverständlich sind. In der Kommunikation fällt die ungehemmte Sprachproduktion (Logorrhoe) auf, die man leicht durch Fragen auslösen kann, die nur kurze Antworten erfordern. In der Anfangsphase merken Wernicke-Aphasiker häufig nicht, dass sie unverständlich sprechen. Sie glauben, dass sie richtig sprechen und verstehen deshalb nicht, warum sie nicht verstanden werden (kein Störungsbewusstsein). Nicht nur die eigene Sprache können Wernicke-Aphasiker schlecht kontrollieren. Auch die gesprochene Sprache anderer können Sie nicht gut verstehen. Das Hauptsymptom der Amnestischen Aphasie sind Wortfindungsstörungen. Diese Aphasiker haben kaum Schwierigkeiten beim Verstehen, können oft auch flüssig sprechen, unterbrechen ihre Rede aber häufig, weil ihnen das gesuchte Wort nicht einfällt. Dann kommt es schnell zu Umschreibungen. Sprachverständnis, Lesen und Schreiben sind im allgemeinen kaum gestört. |
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